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Legende

Vor rund 950 Jahren wurde der Ort Nethen erstmals urkundlich erwähnt. Doch schon vor dieser Zeit rankten sich Legenden um das wenig besiedelte Land, umgeben von uralten Wäldern.

In 1872 schrieb John Chadlock, ein Einwanderer und Schafhirte aus Tartu seine Erlebnisse auf. Das Tagebuch wurde Jahrhunderte später in einer verfallenen Hütte am Rand des Nethener Sees gefunden. Es enthält eine grausame Geschichte die lange vergessen war.

Chloe war eine wunderschöne Frau, die mit ihrem Mann und ihren Kindern in einer bescheidenen Hütte am Nethener See lebte. Im 18. Jahrhundert war das Leben hart. Ihr Mann ging täglich auf die Jagd oder ins Dorf um für Nahrung zu sorgen. Eines Tages kam er nicht zurück. Hungernd und verrückt vor Angst stand Chloe jeden Tag am Fenster. Da sie das Leiden ihrer Kinder nicht länger ertragen konnte, setzte sie ihre Kinder in ein Boot und schob es hinaus auf den See, in der Hoffnung das sie von der Strömung zum weit entfernten Dorf getrieben werden. Gerade als das Boot im Nebel verschwand bemerkte sie, wie ein gewaltiger Sturm aufzog. Es war als ob sich die Hölle auftun würde und der See zu kochen beginnt. Chloe wusste das Boot würde untergehen, der Schmerz über den Verlust raubte ihr das Bewusstsein.

Nach einigen Wochen kehrte ihr Mann zurück und fand Chloe regungslos in der Ecke der Wohnung kauernd. Er war gekommen um sich zu verabschieden. Er hatte eine andere Frau im Dorf kennen und lieben gelernt. Chloe verlor endgültig den Verstand, ausgehungert und im Wissen das sie alles verloren hatte erstach Sie ihren Mann und taumelte weinend in den See. Sie und die Kinder wurden nie gefunden.

Ein Jahr später, genau am Jahrestag der Tragödie, ereigneten sich seltsame Dinge im Dorf. Kälber wurden deformiert geboren und die Ernte verdarb. Das Wasser aus dem Brunnen war schwarz und stank. Die Menschen veränderten sich. Nachbarn töteten Nachbarn wegen Kleinigkeiten, Krankheiten verzehrten eben noch gesunde Menschen.
Es wurde immer schlimmer. Die wenigen Überlebenden versteckten sich in den Wäldern und schon bald hatten sie einen Ursprung für den Wahnsinn und den Hass gefunden. Auch ich habe sie gesehen. Eine Frau in weißem Gewand mit Augen schwarz wie die Abgründe der Hölle gezeichnet durch puren Hass und Leid. Ihr Blick verdarb die Seele und ihre Berührung brachte Krankheit und Tod. Chloe.

Viele Jahre vergingen, ich floh und überlebte. Das Dorf geriet in Vergessenheit. Der Fluch, gebunden an den Ort der Tragödie verschwand nachdem er alles verschlungen hatte. Die Welt entwickelte sich weiter und die Angst vor dem Übernatürlichem wich der Überlegenheit der Technik. Meine Aufgabe wurde die eines Wächters, niemand sollte mehr den verfluchten Walt betreten.

Eines Tages machte eine Campinggruppe einen Ausflug in das Waldgebiet. Ich habe sie gewarnt und angefleht, aber sie wollten nicht hören. Aus Spiel und Spaß wurde schnell ein Kampf ums Überleben. Es endete in einem Blutbad. Sie hatten etwas geweckt. Chloes Fluch war zurück und sie war nicht alleine. Ihr Zorn hatte weitere furchtbare Wesen beschworen. Aus der alten Fleischerei klangen Schreie und Sägen, in die Puppenwerkstatt wurden Ersatzteile gebracht und dunkle Schatten schlichen um die verfallenen Hütten.
Diesmal ist alles anders. Der Fluch wird stärker und er breitet sich aus. Alle Hoffnung ist verloren.

John Chadlock

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